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Connys Griechenlandseite
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Wir gehen essen

Wie auch die Griechen selbst, richten sich meine Family und ich noch ein bissl her, dann kann's losgehen.

Über erwähnten Laufsteg gehen wir Richtung Lieblings- Taverne. Also es ist meine Lieblings- Taverne.
 

Die Tische an den Straßenrändern sind mittlerweile voll besetzt, es wird gegessen, geplaudert und gelacht.

In unserer Taverne (etwas abseits vom Laufsteg) angekommen und auf typisch griechischen Strohsesseln sitzend, warten wir auf unseren „Schwitzi“. So haben wir den dort arbeitenden Kellner bereits in unserem ersten Griechenland- Urlaub genannt und der Name ist ihm geblieben.

Unerwartete musikalische Unterhaltung in "Schwitzis" Taverne. (sehr amüsant)


Wie er wirklich heißt, weiß ich nicht, aber wahrscheinlich Jorgos, Niko oder Andreas. In den kleineren Ortschaften heißen die Männer und Burschen fast alle so. Was die Namenswahl betrifft, sind die Griechen also entweder nicht besonders einfallsreich, oder es geht wieder nur um ihren Nationalstolz, dass sie ihren Kindern keine ausländischen Namen geben.

Der Schwitzi kommt zu uns, grüßt wie immer freundlich und die bereits legendäre Frage „Would you like, to come inside?“ veranlasst uns alle, aufzustehen um ihm hinein in die Küche zu folgen. „Legendär“ hab ich geschrieben, weil wir mittlerweile, wenn wir vorhaben, in meine Lieblingstaverne zu gehen, nur noch sagen: „Na geh ma heut zum Schwitzi inside“.

In der Küche gewährt uns die Schwitzi- Mama Einblicke in alle Töpfe und Pfannen, während der Schwitzi selbst mit ein paar Worten Englisch dazu sagt, was wir gerade sehen. Leider seh ich gar nix, weil mein von der Sonne gebräunter transpirierender Freund so groß ist und mir die Sicht auf manch kulinarische Köstlichkeiten verweigert. Meine hungrigen Blicke scheinbar bemerkend geht der Schwitzi einen Schritt zur Seite. OK, ich will alles haben! Es gibt hier drinnen nichts, auf das ich im Moment keine Lust habe. Offensichtlich geht’s nicht nur mir so, denn wie immer bestellen wir Unmengen.

Eine weitere Eigenheit der Griechen, die mir persönlich sehr gut gefällt: Nicht wie sonst überall wird jedem Gast ein voller Teller vor die Nase gestellt, der ihm alleine gehört. In Greece werden die verschiedenen Speisen am Tisch verteilt serviert und danach kann sich jeder auf seinen Teller aufladen, was er möchte: „Greek Salad“, Potatas, Suvlaki, gefüllte Paradeiser, Mousaka, Gyros, Pita- Brot, usw.


Links auf dem Bild: Webmaster Ervino. (Mein Onkel Erwin) Er hat uns 05 mit seiner Lebensgefährtin  Ilona und deren Tochter Karoline nach Griechenland begleitet Ganz rechts auf dem Bild im blauen Hemd: Schwitzis Kellner- Hilfe

Für mich ist diese Art des Essen- Gehens überhaupt die Beste, die es gibt. Ich gehöre nämlich zu den Menschen, die sich nur schwer entscheiden können. Egal, worum` s geht. Hier in Ö bevorzuge ich Buffets, wenn’s wo eins gibt, weil ich da von überall ein bisschen was nehmen kann und mich nicht nur für eins entscheiden muss. In Griechenland hab ich diesen Luxus jeden Tag. Außerdem find ich’s einfach total gemütlich.

Von der Taverne hat man einen guten Blick auf die kakovatische Szene: Es scheint so (und ist wahrscheinlich auch so) als würden sich alle untereinander kennen. Lautes griechisches Geplapper und Gelächter erfüllen das Zentrum des Dorfes.
 
Ständig bahnen sich junge Männer in ihren (hauptsächlich alten) Autos einen Weg durch die Menschenmengen auf den Straßen. Die Straßen werden nämlich als Fußgängerzone benutzt, nachdem die Gehsteige ja als „Wintergarten“ der diversen Tavernen fungieren. Immer wieder frage ich mich, wo die Junghüpfer ständig hinfahren.

Sitzt man nämlich länger am selben Platz, bemerkt man, dass hier immer wieder die Gleichen auf und ab fahren. Wahrscheinlich dient dies einfach dem Zweck, gesehen zu werden. (Vor allem von den abends immer hübsch gestylten Griechinnen)

Wenn die griechischen Burschen ihre Autos dann auf der Straße abstellen, um sich mit in Tavernen sitzenden Leuten zu unterhalten oder um mal eben in einen Shop zu gehen, wird der Motor dabei nie abgestellt- egal, wie lange es dauert. Der neueste Trend (erstmals 2005 aufgetreten) sind die eingeschalteten Nebelscheinwerfer. Also wer die nachts nicht anhat, ist bestimmt so was von out  :-)

Die jungen Männer, welche kein Auto besitzen, haben zumindest irgendein altes Moped. Und damit wird ebenfalls fleißig hin- und hergefahren. Dabei dreht es sich allerdings nicht nur ums Balzritual. Oft fahren die Köche oder Kellner einfach mal einen Sprung ins nächstgelegene Geschäft oder in die Bäckerei, wenn etwas in ihrer Küche fehlt. Helme setzt man beim Mopedfahren niemals auf. Ich hab zumindest noch nie einen Helmträger gesehen. Auch nicht auf der Schnellstraße.

Würde ein Grieche mal, wie bei uns Ösis, einen um seine Sicherheit bedachten Radfahrer mit Knie- und Ellbogenschützer sowie einem Helm sehen, würde er wahrscheinlich die Welt nicht mehr verstehen.
 

Niki am Hauptplatz von Kakovatos mit seinem neuen ( zuvor in Amalias gekauften) Fahrrad. 2004
 

Die griechischen Frauen und Mädls sind wie gesagt, alle um gutes Aussehen bemüht, tragen sexy Kleidung (diese Ausschnitte…!); fast alle sind geschminkt. Interessanterweise wirkt jedoch keine arrogant oder eingebildet. Sie geben sich sehr natürlich und sind freundlich.

So, wir haben fertig gegessen. In Hellas ist das jedoch lange kein Grund, um aufzustehen und zu gehen. Wir bleiben noch sitzen und unterhalten uns. Die gute Laune der Griechen ist so ansteckend, dass alle negativen Gedanken; jegliche Unzufriedenheit schwindet. Sicher: Jemanden, der mir den Sessel unter meinen Hintern schiebt, um mir dann eine Stoffserviette auf den Schoß zu legen, gibt es hier nicht. Das Tischtuch ist auch nicht handbestickt, die Kellner tragen keine edle Uniform und der Eistee ist markenlos. Aber wer sowas braucht, hat hier nichts zu suchen!

Ich brauchs nicht.
 
Wir lachen ununterbrochen über irgendeinen Blödsinn. Der Schwitzi bringt uns einen Teller mit Wassermelone- Stücken. Wahrscheinlich hat er mit jemandem gewettet, ob wir es nach all dem Essen, dass er uns zuvor gebracht hat, auch noch schaffen, den Melonen- Teller leer zu machen. Wir haben` s geschafft. :-)
 
Also ich esse generell gerne und viel, aber was ich in Griechenland essen kann, ist sagenhaft! In letzter Zeit war ich öfters mit meinen Freundinnen bei einem Griechen in Wien essen. Das Essen ist zwar gut, aber in Greece schmeckt` s halt einfach am Besten. Ich hab zu Hause auch schon selbst Suvlaki und Tzatziki gemacht, aber da war es das Gleiche: Lecker, aber nicht so lecker.
 

2003 sind wir nach dem Abendessen (egal ob in oder außerhalb Kakovatos) fast jeden Tag in ein spezielles Strandlokal in Kako gegangen. Das war wirklich herrlich. Beim Illy hat` s immer griechische Musik gespielt, es waren kaum Leute dort, man konnte das Meer rauschen hören… Dort sind wir immer stundenlang gesessen, haben „geschnapst“ oder Uno gespielt, oder einfach nur gequatscht und gelacht.

Manchmal bin ich dann auch noch ein bisschen ins Meer schwimmen gegangen. Nachts im Meer fand ich’s zwar irgendwie unheimlich aber trotzdem schön. Außerdem war` s eine gute Abkühlung, denn selbst die Nächte sind in Griechenland sehr warm.
bei "Illy"  nachts bei "Illy"

Beim Illy konnte man im Grunde alles machen. Auch Nägel lackieren :-)  Es war wie ein zu Hause, nur eben direkt am Strand zwischen wunderschönen Palmen. (und man musste sich seine Getränke nicht selbst holen) Leider gibt es dieses Lokal nicht mehr.

Den Illy selbst haben wir 04 und 05 zwar schon noch getroffen, aber  bedauerlicherweise nicht mehr als Besitzer des Strandlokals.

Niki und Illy 2004 in Zacharo

(Der Illy heißt übrigens genauso wenig Illy wie der Schwitzi Schwitzi heißt, aber dieser Name entstand auch irgendwie im ersten Urlaub und blieb bestehen)

SO, und jetzt sagt mir, wo man außer in Griechenland irgendwo in einem Lokal seine Fingernägel lackieren kann, ohne blöd angegafft oder überhaupt rausgeschmissen zu werden! Und mal ganz ehrlich: Hatten wir nicht alle einmal dieses Bedürfnis??

Also zurück zum Schwitzi: Nachdem er ehrfürchtig den leeren Melonen- Teller betrachtet hat, schreibt er nieder, was wir alles verputzt haben und wir bezahlen. Wir gehen ein paar Meter weiter und lassen uns neben einem der Shops, im „Wintergarten“ eines Kafenions nieder. Elvis ist sofort bei uns und wir bestellen Kaffee Frappe´ und Uzo. (Dass der Elvis nicht Elvis heißt, ist mittlerweile wohl Jedem klar) Wir befinden uns nun wie die restlichen Griechen neben dem Laufsteg. Es ist jetzt ca. 23 Uhr. Die meisten Nachtlokale Griechenlands sperren jetzt erst überhaupt auf. In Kako gibt’s allerdings nur eine kleine Disco unten am Strand und von dem, was dort unten abgeht, kriegt man hier nichts mit.


................Fortsetzung folgt......................
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